Donnerstag, 26. März 2020

Der gepflegte Blick auf vergessene Subgenres: Shoegazing

Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre hat sich ein Subgenre des Indie-Rock herausgebildet, das auf den Namen "Shoegazing" lautete und ein kleines Revival seit den Mitt-2010ern erlebt. "Auf die Füße starren" kann man das mehr oder weniger frei übersetzen.

Die Musiker waren in der Regel introvertiert, vielleicht auch schüchtern und richteten den Blick oft gen Boden. Das hatte seine Ursache aber sicherlich auch darin, dass für diese sehr noiselastige Musik zahlreiche Effektgeräte am Boden bedient werden mussten.


Die Basis für diese Musik haben die Cocteau Twins und The Jesus & Mary Chain gelegt, zu den großen namhaften Vertretern dieses Genres zählt man an erster Stelle My Bloody Valentine, Ride, Slowdive, Lush und  Chapterhouse.


Seinen Höhepunkt erlebte das Genre in den Jahren 1992/1993, dann kam der wesentlich publikumsfreudigere BritPop um die Ecke und löste das kleine feine Genre mehr oder weniger in sich auf. Wer sich die ersten Alben von Blur und Oasis anhört - besonders Leisure von Blur - wird festestellen, dass die damaligen BritpPop-Bands klar ihren Ursprung in diesem Subgenre hatten.

Nachdem es still wurde um Shoegazing und die großen Bands, kehrten sie plötzlich ab den späten 10er-Jahren reihenweise zurück. Den Anfang machten My Bloody Valentine, gefolgt von Ride und Slowdive sowie zuletzt Lush. Die neuen Alben klingen fast mehr nach dem klassischen Früh-90er-Sound, denn die damaligen Platten. Highlights sind hier klar Star Roving von Slowdive und All I want von Ride.


Es gibt zahlreiche Alben zu entdecken. Zum vertieften Shoegazing-Event in den eigenen vier Wänden empfehle ich zwingend:

The Jesus & Mary Chain - Psychocandy
My Bloody Valentine - Loveless
Slowdive - Souvlaki
Ride - Nowhere


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