Entdeckt habe ich Sonic Youth für mich persönlich am 07. April 1996 in der Philipshalle in Düsseldorf bei der sogenannten Osterrocknacht. Ich kannte die Band bis dahin nahezu überhaupt nicht, hatte lediglich eine überspielte Kassette mit dem Album "Dirty", welches ich aber bis zu jenem Abend allenfalls ein oder zweimal gehört hatte.
Eigentlich waren wir wegen Cypres Hill, Headcrash (Crossover aus Deutschland, kennt die heute noch jemand?), Garbage und natürlich den Smashing Pumpkins dort. Sonic Youth hatte ich nicht auf dem Schirm, blieb beim Beginn ihres Auftritts einfach stehen und war dann ab der ersten Sekunde geflasht. Es war Liebe auf den ersten Live-Ton, die bis zum heutigen Tage nicht mehr vergehen sollte.
Diese Feedbacks, dieser Krach, dieses Ausufernde, das Experimentelle und doch immer noch die Struktur am Ende, zu der die Band selbst zurückfinden konnte.
Ich muss wohl nicht erwähnen, dass ich danach alle verfügbaren Alben, allen voran "Washing Machine" und "Daydream Nation" im Original gekauft habe. Auch in den Folgejahren bin ich Sonic Youth bis zu ihrem Split treu geblieben. Jede Platte wurde direkt nach dem VÖ gekauft.
In der Musiksprechstunde wurden sie wieder und wieder gespielt. Neben Pearl Jam sicherlich einer meiner beständigsten All-Time-Faves. Eine Zusatzsendung, die ich Ende der 90er bei Radio RheinWelle moderierte hatte passenderweise den Namen "Schalljugend" und dreimal darf man raten, welche Band dort in jeder Ausgabe gespielt wurde.
Aktuell läuft gerade wieder das 2006er Album "Rather Ripped", welches im Vergleich zu den frühen Platten geradezu poppig daherkommt und gar nicht mehr diese noise-lastigen Ausfälle hat, was aber kein Nachteil ist.
Kim Gordon, Thurston Moore und Lee Ranaldo veröffentlichen seit dem trennungsbedingten Split des Ehepaares Gordon/Moore wunderbare Solo-Alben, wobei ich zugeben muss, dass mir die Platten des Herrn Lee Ranaldo die liebsten sind.
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